Pressemitteilung

Deutscher Altersvorsorge-Index Frühjahr 2026 (DIVAX-AV)

Alarmzeichen für die Rentenpolitik: Altersvorsorge-Index fällt deutlich

  • DIVAX-AV bricht drastisch ein

  • Immer weniger Befragte sehen sich im Alter gut abgesichert

  • Rentenreform braucht mehr Ehrlichkeit

Frankfurt/Main, 26.05.2026. Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Rente ist stark abgesunken. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV) des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) mit Sitz in Frankfurt. Der Abfall von 1,2 auf - 3,0 ist signifikant (der Index kann Werte zwischen - 100 und +100 ausweisen), und ist damit einer der größten Abfälle seit es die Befragung gibt. Befragt werden turnusmäßig rund 2.000 Personen zu ihrer Haltung zur Altersvorsorge.

Hohe Erwartungen an die Rentenkommission
„Die Regierung steht jetzt unter enormen Handlungsbedarf,“ kommentierte der Wissenschaftliche Direktor des DIVA, Prof. Dr. Oliver Schellenberger. „Natürlich ist die aktuelle Energiekrise durch den Irankrieg und die allgemein schlechte Wirtschaftslage mitverantwortlich für die negative Stimmung. Allerdings zeigt unsere Befragung ganz klar, dass sich nur noch ein Viertel der Befragten gut durch die Rentenversicherung abgesichert fühlt. Ein Minus von über fünf Prozentpunkten im Vergleich zur Herbstbefragung 2025. Mit diesen Ergebnissen muss sich die Rentenkommission dringend auseinandersetzen!“

Rentenreform braucht Ehrlichkeit: Bürger meiden unbequeme Stellschrauben
Besonders die Antworten auf die Fragen nach der „Langfristigen Stabilisierung der gesetzlichen Rente“ zeigen auf, wie wichtig es ist, unbequeme Wahrheiten über eine angemessene und geschlossene politische Kommunikation zu vermitteln. Gefragt nach den wichtigsten Stellschrauben wie Ausgabenentlastung bzw. Einnahmenerhöhung, scheuen die Befragten eindeutig Lösungen, die sie direkt betreffen, jedoch finanzmathematisch die höchste Systementlastung brächten. Erhöhung der Rentenbeiträge (insg. Nur 15,3 % Zustimmung bei den Befragten), Absenkung des Rentenniveaus (Zustim-mung bei 12,5 % der Befragten), Abschaffung der Rente mit 63 (Zustimmung bei 13,7 % der Befragten) und Erhöhung des Renteneintrittsalters (Zustimmung bei nur 10,8 % der Befragten) haben für die Bürger die geringste Priorität. „Schenken Sie den Bürgern endlich reinen Wein ein! Die Veränderung des Rentensystems kann nur gelingen, wenn wir an den richtigen Stellschrauben drehen. Das hört keiner gern“, fordert Martin Klein, Geschäftsführer von VOTUM, einer der Trägerverbände des DIVA.

Positiv: Altersvorsorgereformgesetz greift Vielfalt der Vorsorgebedürfnisse auf
Dass es auch anders geht, zeigen Bundesregierung und Bundestag selbst. Das gerade verabschiedete Altersvorsorgereformgesetz macht einen Schritt in die richtige Richtung. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass die Präferenzen der Bevölkerung sehr unterschiedlich sind. Ob klassische Vorsorgeprodukte, fondsgebundene Lösungen, Immobilien oder neue Anlageformen wie das Altersvorsorgedepot: Entscheidend ist, dass Bürgerinnen und Bürger Wahlmöglichkeiten erhalten, die zu ihrer persönlichen Lebenssituation passen. Hieraus sollte die Politik den notwendigen Mut schöpfen und auch in den anderen Schichten der Altersvorsorge nun handeln.

Die aktuelle Umfrage zum Deutschen Altersvorsorge-Index (DIVAX Altersvorsorge) wurde im Auftrag des DIVA im Oktober 2025 von INSA-CONSULERE durchgeführt. Befragt wurden ca. 2.000 Personen in Deutschland. Alle Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden. 

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Abbildung: Der aktuelle Deutsche Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV) steht in der Frühjahrsbefragung 2026 mit -3,0 auf seinem drittschlechtesten Wert seit Beginn der Befragung.

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Newsletter des DIVA Instituts

Wie stehen die Deutschen zur aktienbasierten Geldanlage und zur selbstbestimmten Altersvorsorge? Mit dem „Deutschen Geldanlage-Index“ sowie dem „Deutschen Altersvorsorge-Index“ ermittelt das DIVA zu beiden Themen jeweils halbjährlich das vorherrschende Sentiment. Darüber hinaus veröffentlicht das DIVA regelmäßig weitere Studien, die zu den Themen aktueller politischer Debatten eine empirische Grundlage schaffen.

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